Morbus Ménière

Aus Heilkundelexikon
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Morbus Ménière Das Karussell im Kopf


Was genau bedeutet Morbus Ménière?

Morbus Ménière -benannte nach dem französischen Arzt Prosper Ménière -ist eine Innenohrerkrankung mit plötzlichen Drehschwindelanfällen, Übelkeit, Erbrechen, Ohrgeräuschen und einseitigem Hörverlust. Sie äußert sich in Anfällen, die ohne erkennbaren Anlass zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten können. Das Schwindelgefühl kann dabei so stark sein, dass der Patient nicht mehr stehen kann. Jeder, der schon einmal so viel Alkohol konsumiert hat, dass er das Gefühl hatte, beim Schließen der Augen dreht sich das Bett und sogar das ganze Schlafzimmer, kann das Ausmaß der Krankheit in etwa nachvollziehen.

Wo liegen die Ursachen für die Ménière-Erkrankung?

Die Krankheit geht vom Innenohr aus. Durch ein Ungleichgewicht von Produktion und Resorption der Lymphflüssigkeit kommt es zu vermehrter Wasseransammlung.(Anm.: Hydrops) im Innenohr. Durch den erhöhten Druck kann es sogar zu Einrissen in der Membran des Innenohres kommen. Oft beginnt die Krankheit mit erhöhtem Ohrdruck, bis dann die Schwindelattacken auftreten.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Schulmedizinisch wird die Erkrankung gerade im Anfangsstadium mit einem Betahistin-Mittel zur Bekämpfung der Übelkeit und mit Diuretika (Anm.: Wasser treibende Medikamente) behandelt. Ist diese Therapie nicht ausreichend, kommt ein operativer Eingriff, die so genannte Saccotomie, in Betracht. In seltenen Fällen wird als weitere Maßnahme die Zerstörung des Gleichgewichtsnervs durch toxische Substanzen oder die Durchtrennung des Gleichgewichtsnervs durchgeführt. Beide Verfahren bringen die Gefahr einer Hörverschlechterung oder gar Ertaubung und die Erfolge können nicht garantiert werden.

Welche Alternativen bietet die Naturheilkunde?

Wie bei allen chronischen Erkrankungen lassen sich die jeweiligen Probleme nur lösen, wenn man die Krankheiten verstehen lernt. In der traditionellen chinesischen Medizin ist schon seit Jahrtausenden bekannt, dass die Akupunkturbahnen des Dünndarms vor den Ohren enden und somit einen direkten Bezug zum Innenohr haben. Neueste Studien ergaben, dass bei vielen Betroffenen im Blutbild ein erhöhter IGG-Antikörper-Titer gegen Nahrungsmittel vorliegt. Die durch Abwehreaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel massiv freigesetzten Histamine (Anm.: Gewebshormone) sind für den erhöhten Innenohrdruck mitverantwortlich. Ein Untersuchung auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten kann hier sehr hilfreich sein.


Gibt es weitere Therapiemöglichkeiten?

Gerade das Krankheitsbild Morbus Ménière lässt sich naturheilkundlich hervorragend therapieren. Die Kombination verschiedener, individuell angepasster Therapien führt nicht selten zum Erfolg. Selbstverständlich sind auch hier manchmal Erhaltungstherapien erforderlich.

Die Schulmedizin in Deutschland lehnt die Anwendung der Akupunktur heute noch weitgehend ab, obwohl die WHO, Weltgesundheitsorganisation der Akupunktur zahlreiche Anwendungsgebiete zugesteht. Dies gilt auch für Morbus Ménière.