Neurodermitis

Aus Heilkundelexikon
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Neurodermitis (der Darm ist Schuld) über die Unterschiede zwischen „echter“ und „unechter“ Neurodermitis


Was genau ist Neurodermitis?

Der Begriff Neurodermitis stammt noch aus dem 19. Jahrhundert, wobei man als Ursache der Hautkrankheit eine Nervenentzündung vermutete. Heute wird eher vom atopischen Ekzem gesprochen. Übersetzt bedeutet das krankhaft veränderte Haut ohne klar ersichtlichen Grund. Die „echte“ Neurodermitis äußert sich in Ekzemen, verbunden mit einem unangenehm brennenden, spannenden Gefühl auf der Haut und quälendem Juckreiz. Das Krankheitsbild beginnt oft schon im Säuglingsalter. Charakteristisch ist eine Ausdünnung der Augenbrauen, eine doppelte Lidfalte und beim Kratzen bilden sich im Gegensatz zu einer gesunden Haut keine roten, sondern weiße Streifen. Durch einen krankhaft fehlgeleiteten Stoffwechsel leidet die Haut, ohne an dem Problem ursächlich beteiligt zu sein.

Warum sprechen Sie von einer „echten“ Neurodermitis?

Bei der „echten“ Neurodermitis spielt wohl ein Zusammenwirken von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen die tragende Rolle. In der embryonalen Phase wurde nach unserer Vorstellung bei den Betroffenen das obere Keimblatt, das Ektoderm, fehlerhaft ausgebildet. Dieses Ektoderm bildet im Laufe der Schwangerschaft die Haut und das Nervensystem aus. Hier liegt auch die für uns plausible Erklärung, dass Neurodermitiker sehr stressanfällig sind. Zudem kann offensichtlich durch einen Enzymdefekt die mit der Nahrung aufgenommene Linolsäure nicht in den Hautfettstoff Gamma-Linolensäure umgewandelt werden. Sicherlich ein Hauptgrund für eine trockene und anfällige Haut. Naturheilkundlich betrachtet liegt die Häufigkeit der „echten“ Neurodermitis unter einem Prozent. Bei den restlichen 99 % handelt es sich aus unserer Sicht um eine Verlegenheitsdiagnose.


Ist Neurodermitis heilbar?

Die „echte“ Neurodermitis kann, wie wir glauben, durch naturheilkundlich, ganzheitliche Therapie zum Stillstand gebracht werden, allerdings bleibt der genetische Schwachpunkt wohl ein Leben lang bestehen. Bei den übrigen 99 Prozent lässt sich durch Ursachentherapie nicht selten völlige Beschwerdefreiheit erzielen. Ganzheitlich gesehen handelt es sich hierbei um so genannt Ausleitungsekzeme. Durch einen krankhaft fehlgeleiteten Stoffwechsel leidet die Haut, ohne an dem Problem ursächlich beteiligt zu sein. Wie bei allen anderen chronischen Erkrankungen ist eine sorgfältige Ursachendiagnose notwendig. Ein in Labordiagnostik geschulter Therapeut kann Rückschlüsse auf einen belasteten Stoffwechsel ziehen. Eine gestörte Darmfunktion ist nach unserer Meinung in den meisten Fällen die Hauptursache. Mit 30.000 Quadratmetern Resorptionsoberfläche ist der Darm mit Abstand unser wichtigstes Immunorgan. Durch Amalgambelastung der Zähne, häufige Behandlung mit Antibiotika, minderwertige und konservierte Nahrungsmittel wird nach Meinung der Naturheilkunde die lebenswichtige Darmflora zerstört. Häufig entwickeln sich dadurch Unverträglichkeiten auf Nahrungseiweiße. Durch Immunreaktionen werden massiv Histamine, also körpereigene Gewebshormone freigesetzt, die durch starken Juckreiz die Haut irritieren. Eine Untersuchung kann diese Unverträglichkeiten aufdecken. Meidet man die positiv getesteten Nahrungsmittel für einige Monate und regeneriert gleichzeitig die geschädigte Darmschleimhaut durch die Einnahme wichtiger Darmbakterien, so genannte Probiotika, verbessert sich oftmals das Hautbild signifikant.


Auf welche Therapien setzt die Naturheilkunde noch?

Neben der Darmsanierung kennt die Naturheilkunde viele Möglichkeiten, Hauterkrankungen zum Abheilen zu bringen. Bei Amalgambelastung sollte aus unserer Sicht nach fachgerechter Zahnsanierung eine Schwermetallausleitung erfolgen. Bestimmte biologische Stoffe, die abgelagerte Metalle binden und über die Nieren entgiften sollen, können per Infusion verabreicht werden, zusätzlich wirken sich biologische Stoffe, wie etwa Zink, Selen, Glutathion, bestimmte Fettsäuren, Extrakte aus der Thymusdrüse, Heilpilze und einiges mehr recht positiv aus.

Die naturheilkundlichen Vorstellungen zu den Ursachen der Neurodermitis werden von der Schulmedizin genauso wenig geteilt, wie die aus diesen Erkenntnissen abgeleiteten Therapien. Es handelt sich hier also um Erfahrungswerte von naturheilkundlichen Therapeuten.